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Abschied,2.10.2024

  • Autorenbild: ulibrosch
    ulibrosch
  • 2. Okt. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Nun geht meine Zeit hier langsam zu Ende und ich habe sie sehr genossen. Diese kleine Insel, die grad mal ca. 55x25 km groß ist, hat so viel zu bieten. Es gibt Kultur und Geschichte, eine unglaublich üppige Flora, großartige Möglichkeiten zu wandern und natürlich den für mich so magischen Ozean. Mir hat es richtig gut gefallen. Mit dem Tauchen bin ich hier nun fertig, da mein ganzes Equipment noch trocknen muss (nass ist es sonst noch schwerer, was mich bei den Freigepäckgewichtsregularien eh schon an die erlaubten Grenzen bringt).

Gestern früh hab ich mich daher auf den hiesigen Felsen dem Müßiggang mit schwimmen, lesen und sonnenbaden hingegeben. Herrlich wars , auch mal einfach nix zu tun. Am späten Nachmittag bin ich dann mit dem Bus erneut nach Funchal gefahren, um dort noch ein wenig rumzuschlendern. So wie ich meine Reise begonnen habe, sollte sie auch enden- ich war nochmals auf dem lokalen Markt, um dort Blumensamen zu kaufen.

Mir gefallen die üppigen Strelitzien, die hier an jedem Straßengraben wachsen so sehr. Für nahezu alle hier ansässigen Grüngewächse kann man Samen erstehen. Also hab ich ein buntes Potpourri erstanden. Sicher werde ich die Hälfte davon meiner lieben Mutti Inge geben, denn die hat nicht nur einen grünen Daumen, auch nicht nur zwei, sondern eine grüne Pflanzenseele. Bei Ihr gedeiht und wächst einfach alles. Vielleicht kann sie davon einige Exemplare zum keimen und gedeihen bringen, dann hätte ich eine schöne Erinnerung an meine Reise.

Vorab hatte ich mich schon ein bisschen belesen, um diesmal zum Abendbrot in Funchal zu bleiben. Nahe der Altstadt solle es ein sehr gutes Restaurant geben, welches traditionelle madeiranische(?- ist das das Adjektiv zu Madeira?  Oder madeirische? Oder doch madeiraische?) Gerichte mit modernem Touch serviert. Es sei immer voll dort und es gibt keine Möglichkeit zu reservieren. Irgendwie war ich typisch deutsch pünktlich zur Abendmahlseröffnung vor Ort und bekam eine schönen Tisch draußen in der kleinen Gasse, in welcher sich das Lokal befindet. Es war wirklich toll ! Einfach Zutaten, wie die schnöde Sardine, wurde hier geräuchert auf selbstgebackenem knusprigen Brot mit Olivenöl und lecker marinierten roten Zwiebeln zum Star auf dem Teller (und das Ganze zu total vernünftigen Preisen). Ich hatte ein rundum gelungenes Abendbrot und habe mich gesättigt und gut gelaunt auf den Weg zum Busbahnhof gemacht, um die Heimreise in mein kleines Örtchen Caniço anzutreten. Wie immer war ich zu früh da und setzte mich zum Warten auf eine Bank, auf welcher ein schon betagter älterer sehr gut gekleideter Herr saß. Er sprach mich an: Sind sie Deutsche? Ja, antwortete ich. Das freute ihn sichtlich, denn er fuhr fort: dann können wir uns ja auf deutsch unterhalten und müssen nicht portugiesisch sprechen ! Ich antwortete ihm, dass dies zumindest meinerseits eher schwierig werden würde, da ich bis auf das obligatorische „ obrigada = danke“ so gar nichts in dieser Sprache beherrsche. Er schmunzelte. Ich fragte Ihn, woher er denn komme und ob er hier lebe, denn er sah wirklich nicht wie ein Tourist aus. Ja, antwortete er, er lebe nun hier, aber er hatte eine Farm in Afrika. Oh, interessant dachte ich und fragte: Sie sind aber nicht Tanja Blixen ?! Worauf er herzlich lachte und schelmisch antwortete: Ich sah aber früher mal aus wie Robert Redford ! Jetzt lachten wir beide laut und die umstehenden Leute guckten schon irritiert. Wir hatten dann ein sehr schönes Gespräch im Buswartehäuschen und er erzählte mir, dass er eigentlich aus Dortmund stamme, früher in Südafrika lebte und dort eine Rinderfarm hatte. Seit fast 20 Jahren lebe er nun schon auf Madeira, da er das Klima in Europa terrible (er wechselte mitten im Satz des Öfteren ins Englische) finde und ihm in Deutschland nicht nur die Knochen wehtun würden.

Leider kam diesmal mein Bus pünktlich. Seiner, zu seinem und meinem Bedauern, leider nicht und wir verabschiedeten uns herzlich voneinander. Noch im Bus musste ich über diese zauberhafte Begegnung schmunzeln. Es lohnt sich offen zu sein, Menschen auch einfach mal ohne Grund anzusprechen und eine Unterhaltung nicht zu scheuen.

Ich werde heute nochmal die Sonne genießen, schwimmen und aufs Meer hinausschauen.

Das nächste Fernziel ist schon geplant, natürlich werde ich dann wieder berichten.


 
 
 

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