Plimmiri,19.9.2025
- ulibrosch

- 19. Sept.
- 4 Min. Lesezeit

Es ist 7 Uhr am morgen und bereits 27 Grad warm…
Eigentlich sollte es heute nach Symi, der kleinen Nachbarinsell von Rhodos, mit der Fähre gehen. Leider wurden alle Fähren gecancelt wegen zu hohen Wellen- zumindest die Fähren-, die am Nachmittag zurück gehen sollten. Daher macht es wenig Sinn früh hinüber zu fahren, um dann nach einer Stunde wieder zurück zu tuckern, da am Nachmittag die See zu rau ist.
Ich werde heute einen Beach Tag einlegen, nachdem ich sonst fast täglich tauchen war.
Normalerweise schwimme ich ja immer eine Stunde im offenen Meer, mal sehen, wie das heute mit dem Wind und Wellen so geht. Ich bin natürlich ganz vorsichtig !
Vor ein par Tagen war ich ja das Wrack in Plimmiri tauchen. Es befindet sich weit südlich von Lindos, am unteren Ende der Insel, auf der Ostseite. Dort liegt die MV Giannoula K, die 1981 sank.
Mit ihren 110 m Länge ist das schon ein ziemlich großes Wrack, was nicht sehr tief auf ca 22 Metern in ca 45 Grad Seitlage ruht und sehr gut erhalten und intakt ist. Es hatte wohl Zigaretten geladen, die natürlich nicht mehr da sind. Der Bug ist ziemlich imposant. Er ist voll erhalten und mit Tauchern davor, sieht man erst die eigentliche Größe dieses riesigen Schiffs.
Vom winzig kleinen Fischerhafen ist es nur eine 5 minütige Bootsfahrt mit dem kleinen Tauchboot bis zum Wrack. Diese Fahrt ist immer besonders lustig, da seit Jahren Savas, der Kapitän, für wirlich gute Stimmung sorgt. Meistens läuft lautstark ABBA und er tanzt hinter seinem Steuer und bespaßt die etwas angespannten Taucher, die oft noch nie so ein großes Wrack getaucht haben, mit seinen Tanzeinlagen.
Angekommen, wird das Tauchboot an einer Bojenleine, die direkt zu einem der Masten des Wracks führt, festgemacht. Gelegentlich gibt es starke Strömungen an der Oberfläche und mit den gespannten Leinen ist es deutlich einfacher nach unten abzutauchen. Dies gilt insbesondere für die großen schweren Männer, die sonst beim Abtauchen schon ihren halben Tank veratmet haben und dann der eigentliche Tauchgang nur noch sehr kurz ist.
Normalerweise wird beim ersten Tauchgang das Oberdeck getaucht und das Schiff von außen umrundet. Ich darf oft einfach mal schon vor der Gruppe abtauchen, da ich das Wrack schon zig mal getaucht bin. Dann kann ich nämlich tolle Fotos vom Bug ohne andere Taucher und vor allem ohne Luftblasen schießen, was meiner Meinung nach auch super aussieht.
Da das Wrack weit und breit das einzige große Etwas im Meer ist, sammeln sich hier viele Fische, wunderbare Nacktschnecken, Einsiedelerkrebse, Schwämme, Barsche und manchmal auch große Rochen. Ich habs eher auf die kleinen Schnecken abgesehen und schöne Perspektiven vom Wrack selbst.
Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, wird beim zweiten Tauchgang das Innere betaucht. Das geht sehr gut, da es mehrere riesige Ladeluken gibt, durch welche man ins Innere gelangt. Manchmal ist die Optik etwas verwirrend, da das Schiff ja in 45 Grad Seitlage liegt, aber man kann sich gut an den eigenen Luftblasen orientieren, die natürlich immer senkrecht nach oben steigen.
Man taucht dann durch verschiedene halb offene Gänge und Luken. Eigentlich ist es nie gänzlich dunkel, so lange niemand mit den Flossen zu viel rumstrampelt und Rostpartikel aufwirbelt. Dann wars das für mich mit Fotografieren, da die Kamera nicht mehr gut fokussieren kann, wenn tausende Kleinstschwebeteilchen vor der Linse tanzen.
Das Highlight ist der Maschinenraum, worin die riesigen Motoren liegen und unzählige Kabel von der Decke und den Wänden hängen. Aus Löchern und Rissen strahlt Licht herein und taucht die gesamte Szenerie in ein fantastisch gruseliges Licht. Das sieht einfach nur toll aus. Seht einfach selbst…
Gestern ging’s dann noch nach Faliraki in ein sehr tolles Restaurant.
Faliraki ist der nächst gelegene größere Ort und hat seine Glanzzeiten bereits hinter sich. Diese waren sicher in den 90ern und der Ort mutierte zu einer Art griechischem Ballermann. Die Hauptstraße ist gesäumt von unzähligen Bars, Clubs und Restaurants, fast alle noch wie vor 30 Jahren anmutend. Irgendwie scheinen auch die Urlauber, die dort urlauben, in der Zeit stehen geblieben zu sein. Ich mache das an der grauenvollen mumienartigen Solariumsbräune und den neonfarbenen Outfits fest. Früh um 8 sind die Sportbars schon gefüllt, es läuft Fussball auf riesigen Bildschirmen und die Ersten haben ihr Endziel schon um 10 Uhr erreicht, um sich anschließend am Beach auf eine Sonnenliege zu rollen und weiter bruzeln zu lassen. Dazwischen laufen ihre Nachkommen in Bikinis (der Anteil an Körperbedeckung beträgt dabei sicher deutlich weniger als 10%) und feuerrot verbrannten, offen zur Schau getragenen, massigen Bierbäuchen über den „Strip“. Ich wette, zu Hause trauen sie sich das nicht…
Nun denn, trotzdem schein ganz langsam eine Renaissance zu beginnen, da immer mehr Restaurants wunderschön renoviert wurden und wirklich sehr gute Speisen anbieten. Gestern gab es daher traditionelle griechische Küche mit innovativem modernem Twist, einfach köstlich… auch die Getränke.
Mittlerweile füttere ich neben dem Haushund Leonidas auch eine noch junge Katze, die auf den Namen Brunhilde getauft wurde mit durch. Dafür wartet Hilde jeden Tag auf mich und erfreut mich mit ihrer kuschligen Anwesenheit… natürlich nachdem sie ihr Näpfchen geleert hat !
Ich werde weiter berichten.








































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