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BER- Dahab ,08.11.2023

  • Autorenbild: ulibrosch
    ulibrosch
  • 9. Nov. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Es geht wieder loooos ! Ich sitze gerade im Flieger nach Sharm el Sheikh, Ägypten. Das ist vielleicht grad nicht das populärste Reiseziel ob der politischen Lage unwesentlich weiter nördlich. Ganz deutlich merke ich dies im Fluggerät der Air Cairo. Die Maschine ist so gut wie leer, so dass ich auch ohne Koma Spinne (mein Neffe Karl weiß was das bedeutet) eine komplette Reihe für mich allein habe. Ich hätte die Reihe zudem auch noch frei frei wählen können.

Air Cairo ist ihrem schlechten Ruf schon vor Abflug voll umfänglich gerecht geworden, denn mein Rückflug wurde einfach ohne Begründung gecancelt und ich muss 2 Tage vorher wieder nach Hause fliegen. Wobei es dies auch nicht wirklich trifft, denn ich darf nach Düsseldorf fliegen, um dann mit der Bahn 4 Stunden in die Hauptstadt zurück zu tuckern. Ich dachte ja immer, dafür wohnt man in der Hauptstadt, dass einem solche Kleckertouren erspart bleiben. Nun denn, das ist wohl Jammern auf sehr hohem Niveau, wo anderen Orts die Bomben fliegen.

Ich fahre nach Dahab. Zum allerersten Mal war ich dort 1993. Da war Dahab noch ein wirkliches Dorf und ich auch noch kein Taucher. Der Ort liegt ca 110 km nördlich von Sharm direkt am Meer. Die Felsen und karstigen Berge der Sinai Steinwüste fallen quasi direkt in den Golf von Aqaba. Und die Landschaft setzt sich so auch Unterwasser fort, mit majestätischen Steilwänden, welche ins unendlich tiefe Blau abfallen. Ein echter Tauchertraum! Ich war bestimmt schon mehr als 10 mal in Dahab. Das letzte Mal 2007 zum Tauchen und ich bin wirklich gespannt, wie es dort nun ist und ob die Riffe noch genauso fantastisch farbenfroh wie damals sind.

Dahab war mal eine Art Beduinenansiedlung, dann ein Dorf und jetzt ….? Ich bin gespannt, glaube aber, dass trotz weiterentwickeltem Tourismus der Ort immer noch klein und gemütlich ist und nicht wie Sharm el Sheikh eine Ansammlung von Bettenburgen. Der Ort besteht aus einem Ortstkern, der an einer halbrunden Bucht liegt. Im Süden gibt es eine weite Lagune, wo normalerweise viele Wind-und Kitesurfer zugange sind. Ich werde an dieser Lagune wohnen, ca 20 Min Fußweg vom Ortskern weg. Da sollte es eher ruhig sein, denn ich weiß von damals, dass  im Örtchen immer der Bär (oder das Kamel) steppte. Das brauch ich grad gar nicht. Ich möchte einfach nur Tauchen, lesen und da rumliegen. Vielleicht ein Ausflug ins Katharinenkloster und zum brennenden Dornbusch oder auf den Moses Berg. Wobei Bergwandern ja nicht so wirklich mein Ding ist. Mein Hotelchen hat eine angegliederte Tauchbasis und einen schönen Strand, so dass dem Hobby und der Erholung genüge getan werden müsste.

Mittlerweile bin ich angekommen. Gestern Abend ging es vom Flughafen per Minibus nach Dahab. Aber es ging erst mal nicht los. Nach Paßkontrolle und den üblichen und bei mir vergeblichen Versuchen, Touristen mehr Geld abzuluxen, als das Einreisevisum eigentlich kostet, saß ich im Minibus und wartete.

Worauf denn?  Auf die Polizeieskorte ! Oder war das Militär? Ich kann es nicht sagen. Zunächst mussten wir an einer Straßenkreuzung auf eine Genehmigung warten. Dann erschien aus dem Nix ein normaler PKW, der einen Zettel unserem Guide überreichte. Dies sei die Genehmigung wurde erklärt, sah aber aus wie ein Mutti-Einkaufszettel.

Mit dem Zettelchen sind wir dann an den Ortsrand von Sharm zu einem Kontrollposten gefahren. Alle Uniformierte saßen gelangweilt auf Plastik-Gartenstühlen und daddelten in ihren Handys. Wir standen da ca 40 Minuten. Auf meine Frage, worauf wir warten, wurde mir erklärt, dass wir mit Polizei nach Dahab eskortiert werden. Oh, dachte und entäußerte ich mich auch, denn bei meinen vorherigen Dahab Reisen war das nie erfolgt. Man erklärte mir darauf, dass es auf der ganzen Strecke keinerlei Zivilisation (!!!???) gäbe und wenn einer eine Autopanne habe, könne so geholfen werden. Diese Erklärung trug meinerseits nicht wirklich zur Beruhigung und Verständnis bei, denn ich konnte mir so gar nicht vorstellen, dass die Männer, die dann irgendwann die Vor- und Nachhut der wenigen Minibusse bildeten, mit ihren schicken Uniformen im Staub des Sinai knien und Reifen wechseln. Ich hab dann mein Gedankenkino abgestellt und nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir in Wahnsinnstempo losgebraust. Kurz vor Mitternacht war ich endlich da und bin gleich ins Bettchen.

Heute früh hat mich die liebe liebe Sonne geweckt und ich bin gleich zum Meer, welches nur 50 m vor meinem Zimmer liegt. Die gesamte Lagune war spiegelglatt und gehörte mir ganz allein. Ich bin eine Stunde geschwommen und hab dabei die roten Berge des Sinai beobachtet. Ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, wie schön es hier eigentlich ist. Morgen ist mein erster Tauchtag. Ich werde berichten.

 
 
 

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