Caniço de Baixo,22.09.2024
- ulibrosch

- 22. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit

Ich bin gut angekommen und wohne in einem kleinen Örtchen östlich von Funchal, der Inselhauptstadt. Mein Hotel steht, wie irgendwie alles hier, am steilen Hang und ich habe einen Nachmittags- Sonne Balkon mit Meerblick- und Rauschen. Das liebe ich besonders zum einschlafen und aufwachen. Am späten Nachmittag sitze ich auf meinem Balkönchen und lese in der Sonne, herrlich.
Den ersten Tag nach meiner Anreise hab ich erst mal die Umgebung erkundet und bin dann mit dem lokalen Bus nach Funchal gefahren. Ich bin im Urlaub schon viel mit lokalen Bussen gefahren, aber weder in Indien noch Honduras hatten die Fahrer einen so rasant gewagten Fahrstil drauf. Es ist ja ungemein bergig hier. Die lokalen Busse fahren nicht Autobahn, sondern tuckern alle Serpentinen über die Dörfer. Tuckern ist sicher das ganz falsche Wort, denn sie rasen. Auf der Hinfahrt habe ich auf der hangabwärts Seite gesessen und nicht mehr aus dem Fenster gucken wollen, weil es immer so aussah, als kippt der Bus gleich in die Tiefe. Ich war froh, dann endlich nach 30 Minuten in Funchal angekommen zu sein. Irgendwie hab ich solche Fahrten früher besser toleriert. Immerhin hab ich nicht gebrochen !
In Funchal hab ich ausgiebig sightseeing gemacht und völlig vergessen, wie schön die Stadt einfach ist. Viele der Wege sind mit ganz kleinen Steinen schwarz weiß gepflastert und das sieht einfach toll aus. Die Häuser sind eine Mischung aus historischen Gebäuden und dann wieder tolle Bauten aus den 30 er Jahren. Dazwischen gibt es immer wieder ganz üppige Parkanlagen, wo es sich herrlich an einem Kiosk mit Bestuhlung bei einem Poncha verweilen läßt. Poncha ist das Traditionsgetränk, oder wie man heut so schön sagt, der signature drink Madeiras. Er wird mit einem Quirl geschlagen bis er eine Schaumkrone hat und besteht aus Zuckerrohrschnaps, Honig und entweder frischem Orangen oder Zitronensaft. Ziemlich lecker, steigt aber ganz fix bis an die Großhirnrinde.
Ich war dann noch die lokale Markthalle besuchen, die auch in einem tollen Gebäude aus den 30 er Jahren untergebracht und eher eine Touristenfalle ist, denn ein richtiger Markt. Aber egal, schön sieht das trotzdem alles aus. Hinter der Markthalle liegt die Fischhalle oder der Fischmarkt. Hier gibt es den Madeira typischen schwarzen Degenfisch- Espada auf Portugiesisch- zu kaufen und er wird auch gleich fertig gemacht. Es handelt sich um einen ganz häßlichen Fisch. Er wird an langen Leinen bis 1500 m aus der Tiefe geangelt und wegen der schnellen Druckveränderung beim Hochholen verfärbt er sich dann schwarz. Er ist ziemlich lang (1,5 m) und sehr schmal, hat keine Schuppen und sieht ein bisschen aalig aus. Er wird normalerweise gegrillt oder öfters gebacken serviert, meist mit Bananenmuß. Er schmeckt wirklich sehr lecker in dieser Kombination, ich habe mir aber sagen lassen, dass man davon nicht so viel essen soll, da er sehr viel Blei und Cadmium enthalte ( wobei mir niemand sagen konnte, wieviel davon). Nun hoffe ich mal, ich bekomme keine Bleivergiftung, denn ich habe schon zweimal Degenfisch geabendbrotet.
Meine ersten Tauchgänge habe ich auch schon absolviert. Die Tauchbasis ist sehr gut organisiert und gut besucht. Glücklicherweise ist das Meer nicht all zu kalt und bisher war auch noch nicht sehr hoher Wellengang. Die Gezeiten sind aber momentan sehr stark, so dass das rausklettern bei Ebbe ganz schön mühsam über die Leitern an der Klippe ist, besonders da ich leider nur zwei Arme hab und die Flossen und das Kamera-Gedöhns samt Lampen nach oben befördern muss. Da bleibt nix übrig, um sich festzuhalten…. Na, ja geht schon irgendwie, wenn ich das alles mit Karabinern an mein Tauchjacket klippe. Tauchen ist halt nix für Weicheier 😉.
Natürlich werde ich weiter berichten.


































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