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Inseltour,29.9.2024

  • Autorenbild: ulibrosch
    ulibrosch
  • 29. Sept. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Ich war on the road. Heute habe ich eine Insel-Jeep-Tour gemacht. Der Tourguide war Marco aus Sangerhausen. Mein Alter, mein Dialekt ! Obwohl Sangerhausen ja nicht in Thüringen, sondern in Sachsen-Anhalt liegt, ist es dennoch nur unwesentlich weit von meiner Heimatstadt Sömmerda entfernt und es ist erstaunlich, wenn man jemanden aus dieser Ecke trifft, wie schnell es geht,  man spricht wieder seinen Heimatdialekt und es werden Wörter aus der hintersten Ecke der Großhirnnrinde nach vorn gespült, die jahrelang verschollen waren.

Als der Marco dann noch anfing im schönsten sachsen-anahltinischen Slang englisch mit den anderen Teilnehmern unserer Minigruppe zu sprechen, wäre ich fast vom Autositz gekullert. Ich meine das keinesfalls despektierlich. Es ist nur einfach zu lustig und erinnert mich an Begebenheiten von früher, als wir alle des Englischen noch nicht ganz so mächtig waren und insbesondere die Grammatik uns üble Streiche spielte (ich nehme mich da also keinesfalls aus).

Die ganze Truppe hatte den ganzen Tag richtig Spaß und Jeepguide Marco erst recht. Bitte heir einmal das Dreieck in der Mitte des Bildes drücken….

Es war eine wirklich ganz wunderbare Tour in den Nordwesten der Insel. Früh am Morgen ging es los. Wir sind zunächst verschiedene tolle Aussichtspunkte angefahren, um dann schon ziemlich weit über den Wolken eine kleine Levadawanderung zu machen. Levadas sind die hiesigen Bewässerungskanäle, die sich quer durch die Berge schlängeln. Man läuft also schön im Wald bzw. hier fast schon an der Baumgrenze entlang und genießt die herrliche Natur. Nachdem wir dann wieder eingesammelt wurden ging es noch eine Runde off-road durch den Eukalyptuswald zum sogenannten Feenwald nach Fanal.

Dieser Wald wurde 1999 zum Weltkulturerbe ernannt und besteht aus Lorbeerbäumen, von denen einige hier schon seit der Entdeckung der Insel im 15. Jahrhundert stehen sollen… na ich weiß nicht so recht. Aber das ist eigentlich egal, denn dies war der schönste Wald in dem ich jemals war. Die Bäume sind uralt und alle windschief und total verknorkelt. Sie sind mit Moosen, Flechten und kleinen Farnen bewachsen. Da der Wald so weit oben liegt schieben sich immer wieder dicke Wolkenschwaden hindurch und die Sonne wirkt dann wie eine aufgehängte Laterne im Wald, denn man sieht den Weg oft nicht mehr. Es ist ganz still, nur der Wind rauscht, irgendwie mystisch, ein bisschen gespenstig und wunderschön. Ich musste die ganze Zeit an Herr der Ringe denken und es hätte mich so gar nicht gewundert, wenn plötzlich die Elben aus Mittelerde durch die Bäume gesprungen wären. Zum Glück waren wir nahezu ganz allein dort, so dass man sich dieser Magie voll und ganz hingeben konnte. Als ich allerdings Getrampel und Geschnaufe neben mir hörte, und keiner meiner Mitreisenden mehr zu sehen war wurde mir dann doch etwas anders…. Nicht dass hier doch noch Orks durch die Lande streifen…Aber nein es war eine schnöde schwarz weiß gescheckte Kuh, die da durch das Elbenland trottete.

Nachdem wir von Mittelerde Abschied genommen hatten, ging es wieder talwärts and die Küste Richtung Porto Moniz, wo es wunderschöne, vom wilden Atlantik ausgehöhlte Naturschwimmbecken gibt. In Porto Moniz selber hat man die richtig aufgehübscht mit ordentlichen Umkleidekabinen, Restaurants und schnick und schnack. Ein Stückchen weiter gibts das aber noch ziemlich naturell und mit nur einer kleinen Ponchabar am Hang. Einfach traumhaft. Also nix wie rein da und erst mal Abkühlung suchen nach Wandern und Geisterkühen (ja, ja… war nur eine Kuh).

Der Einstieg war ziemlich abenteuerlich, da so ungemein glitschig, dass es so gut wie unmöglich schien, eine gute Figur mit ordentlicher Haltungsnote beim Einstieg ins Bade abzugeben. Zum Glück bin ich ja mit genügen Biomasse ausgerüstet, so dass ich mich einfach auf meinen gut gepolsterten Allerwertesten gesetzt hab und die Glitschi-Steine hoffentlich hallewegs gesittet ins atlantisch salzige Naß heruntergerutscht bin. Erst mal drin, war es wunderschön erfrischend und einfach eine ganz tolle Location (wieder so ein neudeutsches Wort). Ganz am Rand der Becken muss man allerdings höllisch aufpassen, denn die Wellen brechen sich dort ziemlich heftig. Wenn man dort ins Meer gespült wird, kommt man sicher nicht mehr so einfach raus, denn es ist so rauh und steinig und nirgendwo gibt es eine Leiter, eine Strand oder Ähnliches. Nach ausgiebigem Bade war dann die Herausforderung, über die glitschigen bösen Steine wieder nach draußen zu gelangen, denn dabei kann man eine noch behämmerte Figur abgeben. Wobei ich dazu bemerken muss, dass sich die deutlich jüngeren weiblichen Jahrgänge in ihren Instagramm tauglichen Badesachen und Designersonnenbrillen hier doppelt anstellten. Am Ende war es ein großer (gemeiner) Spaß wieder trockenen Fußes in der hiesigen Ponchabar zu sitzen und diesem Schauspiel beizuwohnen.

Zum Glück bestand unsere Kleinstgruppe aus normalen Leuten, einem jungen Mann von den Philippinen, zwei Schwabenladies, einem netten bayrischen Pärchen, mir und Marco aus Sangerhausen. Also wir hatten richtig Spaß.

Also ich hatte einen richtig tollen Tag und habe die Tour in vollen Zügen genossen! Die Tage nähern sich hier langsam dem Ende zu. Ich werde berichten.


 
 
 

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