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Playa Forti,01.06.2023

  • Autorenbild: ulibrosch
    ulibrosch
  • 3. Juni 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Ich sitze in meinem Lieblingsrestaurant hier. Die Auswahl war einfach, es gibt ja nur drei. Eigentlich 3 plus 1, denn Freitag, Samstag und Sonntag hat noch das Sol Food auf. Das wird dann auch noch ausgetestet werden müssen. Ich komm mir schon vor wie Hemingway, jeden Abend mit nem (anderen) Cocktail in der Bar und dann schreiben. Ich trink mich jetzt durch die gesamte Cocktail-Karte hab ich mal beschlossen ( natürlich nacheinander !).

Playa Forti ist ein kleiner Strand gleich neben meinem und hier thront das Restaurant mit einer tollen Terrasse über dem Meer. Sonnenuntergangskino und für den der mag, Klippenspringen inklusive. Dazu laufen karibische Reggae Rhythmen und die Bedienung ist aufmerksam und witzig. Insbesondere Ersteres ist hier nicht immer so der Fall, denn oft wird die sog. karibische Gelassenheit bis an die Grenze zu gepflegter Ignoranz und Faulheit am Gast quasi fließend gelebt. Aber so ist es halt und wenn man sich darauf einläßt und dem deutschen Jetzt und Sofort ein bisschen Raum gibt, gehts schon. Das muss ich, ehrlich gesagt, ein wenig lernen. Alles eine Frage der inneren Einstellung ! Ich arbeite an mir und mit zunehmenden Tagen auf der Insel und bei der Hitze werd ich immer besser im karibischen Akkumulieren. Das kommt sicher auch meinem Ayurveda-Konto zu gute.

Mein Dorf ist ganz gemütlich. Auch hier sind die Häuser bunt (da hat wohl der Einfluß des Hauptstadtbürgermeisters selbst bis ans Nordende gereicht). Es wird bevorzugt in gelb, blau in allen Helligkeitsstufen, grün, rot und lila gepinselt. Macht irgendwie gleich gute Laune und sieht in der Sonne klasse aus.

Der Baustiel ist eher Bungalow- artig, es gibt nur wenige zweistöckige Häuser. Die Dächer sind tief runtergezogen, damit es eine schattige Terrasse gibt. So richtige Gärten gibts nicht, liegt sicher auch an der Hitze. Überall stehen Kakteenbäume, die mindestens doppelt so hoch wie ich sind. Viele Häuser sind mit Kakteenhecken eingezäunt. Da möchte man nicht mal fix über den Gartenzaun springen. Agaven wachsen auch in rauer Menge überall. Dann gibt es noch den Manzailla Baum. Den Baum des Todes ! Das soll der giftigste Baum überhaupt sein. Auf der ganzen Welt! Überall steht er und an Stränden ist immer ein großes Schild angepinnt. Die Giftstoffe, die die schlimmen, zum Tode führenden Symptome hervorrufen, sind wohl bis heute noch nicht identifiziert. Selbst die Berührung der Rinde soll schon krank machen. Man darf ihn auf keinen Fall als Brennholz verwenden, den die Dämpfe lassen erblinden. Der Baum produziert kleine grüne Apfel- Früchte. Wenn man diese isst, bekommt man überall Schwellungen, innere und äußere Blasen und innere Blutungen. Selbst im Regen soll man sich nicht unter diesen Baum stellen, da das Regenwasser die Giftstoffe dann auf einen herniederregnen läßt. Ganz schön gruselig finde ich.

Am Tage sieht man hier von den Locals so gut wie  niemanden, es ist einfach zu heiß.

Am Abend stehen die Muttis mit Lockenwicklern im Haar an der Straßenecke und halten Dorftratsch. Fehlt nur noch die Dederonkittelschürze, dann wär´s fast wie zu DDR-Zeiten im Brandenburger Dorf. Die Sprache der Einheimischen ist Papiamento, ein Mix aus Spanisch, Englisch, Holländisch und Portugiesisch. Man versteht immer irgendwas ein bisschen- oder bildet es sich einfach ein. Meist wird man aber auf Holländisch angesprochen, da die meisten Touris aus Holland sind. Deutsche sind hier nur ganz wenige, dafür mehr US- Amerikaner, für die es ja eine schnelle Anreise ist.

Außer dem Müßiggang und Hängematting war ich heut natürlich noch Tauchen am Morgen. Ein wenig körperliche Betätigung muss neben literarischen Ergüssen schon sein. Morgen gehts auch wieder mit dem Boot raus. Selbstverständlich werde ich berichten.

 
 
 

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