Playa Lagun,10.6.2023
- ulibrosch

- 11. Juni 2023
- 3 Min. Lesezeit
Heute war mein letzter Tauchtag und das macht mich immer ein bisschen traurig. Da aber mein ganzes Equipment noch schön trocknen muß, kann es morgen nicht ins Meer. Nun denn, dann wird morgen halt ein Beach- und Schwimmtag, nicht schlimm !
Heute war es nochmal aufregend im Meer. Wir sind für den ersten Tauchgang an meinen Lieblingsspot hier gefahren. Das ist komischerweise nicht der Top Spot hier. Da liegt ein ganz kleines Wrack und dies dient quasi als kleines künstliches Riff. Drumherum ist weißer Sandboden, der immer ein schönes strahlendes Licht gibt. An diesem Platz gibt es viele bunte Shrimps zu fotografieren. Die sind ganz klein und verstecken sich immer in den Anemonen, die man bloß nicht mit blanken Fingern berührend sollte, denn das brennt höllisch, da diese mit einem sie schützenden Schleim überzogen sind. Sie sehen zwar aus wie Pflanzen, gehören aber zu den Nesseltieren. Nur der Clownfisch kann in ihnen rumschwimmen, da er und die Anemone in Symbiose leben. Der bunte Shrimp ist aber auch irgendwie ein Freund der Anemone, oder sein Panzer ist immun gegen brennenden Anemonenschleim. Das muss ich nochmal im Meereslexikon nachlesen. Jedenfalls bin ich hier total süchtig geworden nach diesen kleinen possierlichen Tierchen (Zitat vom Tierfilmer Heinz Sielmann). Es ist sehr schwer sie zu fotografieren, da sie so klein sind, ständig in der Anemone rumhampeln und die langen Anemonenarme sich schön in der Strömung hin und her wiegen. Ich übrigens auch. Da heißt es den Anemonentakt zu finden, sonst wird das nix mit einer fotografischen Aufnahme. Ich habe also unzählige Shrimps fotografiert, bin aber zum Leid meines Perfektionismuss aber nur mit einer von 100 Aufnahmen wirklich zufrieden. Als der erste Tauchgang dann zu Ende war, hieß es sich von unserem Tourette- Kapitän wieder mit dem Boot einsammeln. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, denn an der Oberfläche herrschte total starke Strömung. Das Boot fährt dann normalerweise einen Kreis um uns und Toeki wirft eine Boje, die an einem langen Seil hängt. Man muss dann das Seil greifen und sich am Besten in Rückenlage am Seil zum Boot ziehen. Dann an der Leiter am Ende des Bootes mit einer Hand festhalten und mit der anderen die Flossen ausziehen und hochreichen. Vorher muss ich natürlich erst das Kamera- Rick hochreichen, da ich leider keine 3 Arme hab. Dann klettert man mit voller Montur auf das Boot. Nachdem wir alle drauf waren, durchgezählt und keiner wie im Gruselfilm als Haifutter zurückgelassen wurde, starteten wir die Fahrt zum nächsten Tauchspot.
Mitten in der Fahrt sahen wir auf einmal eine Leuchtrakete ! Dann noch eine. Au weia, da scheint jemand in Seenot zu sein. Also sind wir losgefahren und fanden weit draußen einen Vater mit seinen zwei Töchtern, die an einem nicht mehr fahrtüchtigen Jetski hingen und tatsächlich versuchten, mit diesem sau schwerem Ding, schwimmend die Küste zu erreichen ! Zum Glück hatten wenigstens alle Schwimmwesten an. Toeki, unser Kapitän, hat dann in seiner ganz eigenen Art Kommandos geschrien, die bei den 3 Schiffbrüchigen für knallharten Gehorsam sorgten, was aber eine reibungslose Rettung ermöglichte.
Es war gar nicht so einfach, bei dem Wellengang und der starken Strömung, zuerst die Mädels ins Boot zu bekommen (ich schätze mal 12 und 14 Jahre alt) und dann den Jetski an unser Boot zu binden. Die hatten so ein Glück, daß wir in der Nähe waren, denn hier oben fahren sonst in der Gegend eigentlich keine Boote rum und mit dieser Strömung wären sie niemals an die hiesige Küste gekommen, eher noch in Venezuela gelandet. Wir haben sie dann erst mal mit Getränken versorgt und an einer entsprechend gut erschlossenen Bucht abgesetzt. Beim Tauchen erlebt man immer was, kann ich da nur sagen !
Unser zweiter Tauchgang war dann ganz an der Nordspitze, wo sich zwei Wasserströmungen treffen und dies für ein gesundes, üppig bewachsenes und extrem fischreiches Riff sorgt. Tauchen in der Fischsuppe quasi.
Das wars dann hier für mich mit Tauchen und ich hab es, wie immer, wahnsinnig genossen.
Zum Abendbrot bin ich heute zur Bucht Playa Lagun gefahren. Sehr schön ! Und was soll ich sagen… , als ich nach dem essen auf den Parkplatz kam, hat doch da einer einfach so dermaßen nah an meinem Auto geparkt mit seinem 1 PS Mobil. Seht selber ! Ich berichte weiter.



































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