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Santa Maria, 28./29.08.2023

  • Autorenbild: ulibrosch
    ulibrosch
  • 30. Aug. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Wo bin ich hier denn eigentlich?

Die Kapverden sind das sicherste und stabilste Land Afrikas heißt es und wurden 1445 von den Portugiesen entdeckt. Sie liegen fast 600 km westlich von Afrika und gehören zu Makaronesien (was ein lustiges Wort, wo wohl Tortellinesien liegt ?). Seit 1975 sind die Inseln unabhängig und bilden die Republik Kap Verde und teilen sich in die Inseln über dem Wind und unter dem Wind. Sal, auf welcher ich bin, ist über dem Wind gelegen. Dieser Begriff (ich musste mich auch erst mal schlau machen) kommt aus der historischen Seefahrt und bedeutet so viel wie, den aus östlichen Richtungen wehenden Passatwinden zugewandten Inseln.

Die einzige Säugetierart, die es hier lange gab, war die Fledermaus. Alles andere waren irgendwelche Reptilien,Spinnen und Seevögel.

Und die Inseln sind bisher vom Megatourismus verschont geblieben. Das ist mir eigentlich unklar, zumal man von Lissabon in nur ca. 4,5 Stunden hier ist. Auf meiner Insel gibt es eine überschaubare Anzahl von Hotels und kleinen Gasthäusern und 2-3 richtig große Hotels gaaaanz am Ende der Bucht, die aber irgendwie gar nicht auffallen, da sie nicht höher als 2 Stockwerke sind.

Man spricht portugisisch und creolisch, was ich beides nicht gut kann. Es reicht grad mal für Bitte und Danke…immerhin.Die Menschen sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und hübsch !

Heute war mein erster Tauchtag und es ging mit Verspätung los, da der Bootsschlüssel verschollen war. Man trifft sich auf der Tauchbasis, baut sein Equipment zusammen und fährt dann mit nem Pickup zum Pier, wo alles aufs Boot (es handelt sich um ein großes schnelles Schlauchboot) gepackt wird. Heute war wieder ganz schön wellig, so dass ich irgendwann froh war schnell im Wasser zu sein, um nicht seekrank zu werden. Ich muss ganz schön aufpassen. Es ist hier deutlich näher am Äquator und man bekommt irre schnell Sonnenbrand und da wir die Oberflächenpause auf dem Boot verbringen, welches kein Dach hat, heißt es vorher schön eincremen.

Das Wasser ist aktuell für den Atlantik sehr warm mit 28 Grad. Es herrscht ziemliche Strömung und es gibt enorm viel Fisch !!! Riesige Fischschwärme gabs zu bestaunen und gleich 2 große Stachelrochen, sowie ganz viele von den so süß aussehenden Pufferfischen.

Gegenüber der Tauchbasis ist eine Eisdiele, in welcher ich nach dem Tauchen erst mal versackt bin und wo ein deutscher Radiosender lief. Erst hab ich’s gar nicht mitbekommen, irgendetwas passte für mich nicht hierher. Dann kam Werbung und dann fiel mir erst mal auf, dass die ja Deutsch sprechen. Vielleicht ist der Besitzer ja Deutscher ? Nun denn, das Eis war sehr lecker und mit Eissorten, die ich noch nie vorher gehört hatte ( liegt aber vielleicht auch an meinen mangelnden portugisisch und creolisch Kenntnissen).

Mittlerweile ist noch ein Tag ins Land gegangen und heute hatte ich einen meiner blödesten Tauchgänge in meiner Tauchhistorie. Es war mega starke Strömung und der Abstieg nur am Bojenseil möglich. Normalerweise gleitet man da so runter, aber wir mussten uns wirklich runter ziehen und ich flatterte wie ein kleines Fähnchen(was ich ja nun wirklich nicht bin) mit samt großem Kamera-Rig am Seil. Loslassen ging gar nicht, dann wär man durch den Atlantik geflogen.

Normalerweise ist es so, dass ab einer bestimmten Tiefe die Strömung dann aufhört. Aber nicht heute. Bei 31 m am Grund endlich angekommen, blies es immer noch und ein fortkommen war nur möglich, indem man platt wie eine Flunder am Boden lag und sich von Stein zu Stein hangelte.

Nach 24 Minuten war dann Schluß, ich hab den Tauchgang abgebrochen (ich war zum Glück allein mit dem Guide). Es hat einfach keinen Spaß gemacht und ich bin ja schließlich nicht hier, um eine Ausbildung zum Kampftaucher zu machen. An Fotografieren war gleich gar nicht zu denken. Ich war froh, das ich meine Kamera nicht verloren und heil nach oben gebracht hab.

Den 2. Tauchgang hab ich gecancelt, das war mir für heute genug. Jetzt gehts mir wieder besser, ich hab schön in meinem Hotelchen gechilled und gelesen. Auch schön 🤩. Morgen gehts wieder aufs Boot und ich hoffe, die Bedingungen sind diesmal besser. Und zum guten Schluß noch ein bewegtes Bild- die Tanzeinlagen der örtlichen Kellnertanzgruppe !

Ich werde selbstverständlich berichten.


 
 
 

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