Sevilla,17.2.2015
- ulibrosch

- 18. Feb. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Was eine schöne Stadt! Ich hab das so nicht erwartet. Es ist unglaublich grün hier. Die Straßen sind von Orangenbäumen gesäumt, die voll sind mit köstlichen Früchten. Es gibt überall große Parks mit Palmen und exotischen Pflanzen. Ich wohne mitten in der Altstadt in einer kleinen Gasse, die wunderbar ruhig ist. Das Hotelchen ist ein kleiner alter Palacio, wie so viele Häuser hier. Von außen sieht man eine wenig spektakuläre Fassade mit nicht all zu großen Fenstern. Das ist wohl der Hitze geschuldet, die hier im Sommer herrscht. Die Tür ist ein massives Holztor. Tritt man ein, kommt man zunächst in einen kleinen Vorraum, der sich so dann zu einem quadratischen, nach oben offenem Hof öffnet. Unten ist der Hof von Säulen umrandet und in der Mitte ist ein kleinen Brunnen, der beruhigend vor sich hin plätschert. Sehr heimelig.Das wirkt alles schon sehr maurisch und ist es ja sicher auch, denn ca. um 700 nach Ch. Sind diese ja über Gibraltar hier eingefallen und haben die Architektur und Kultur nachhaltig beeinflußt und das ergibt heute einen so wundervollen Mix von nordafrikanischen und christlichen alten Bauwerken.
Das Zimmerchen ist im oberen Stockwerk, modern eingerichtet, dennoch kuschlig.
Die berühmte Kathedrale von Sevilla ist nur 5 Minuten Fußweg entfernt. Heute Morgen war ich schon früh unterwegs und bin in der noch von Nebel verhangenen Stadt durch die Altstadt zum Plaza de Espania gelaufen. Das ist ein wirklich imposanter halbrunder Platz inmitten eines riesigen Parks mit einem Gebäude, das voll von spanischen Kacheln ist. Alle Regionen Spaniens sind mit einem passenden Kachelbild dargestellt.Die Böden sind mit kleinen bunten Kachelornamenten verziert. Es gibt einen halbmondartigen Kanal mit runden Bogenbrücken-natürlich kachelverziert- und man kann offenbar wie in Venedig mit einem Bötchen drauf fahren. Es ist noch relativ ruhig und diesig an diesem frühen Montag morgen und ich genieße die Stille und daß ich, bis auf die obligatorischen Japaner, die in allen erdenklichen Posen auf den Brücken Fotos schießen, fast allein umherschlendere. Jaaaa, natürlich mach ich auch ein Brückenselfie !
Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Gassen mit Kopfsteinpflaster, teils so eng, dass man nicht gerade durchlaufen kann. Es gibt auch Einbahnstraßen, die so eng sind, dass nur kleine Autos mit angeklappten Spiegeln durchpassen. Die Einheimischen rasen hier durch wie die Irren, Touristen, die sich gewagt haben hier reinzufahren, schaben sich die Seiten ihrer Mietwagen auf (man sieht es an den Häuserecken und hört es allenthalben).
Gestern stand die berühmte Kathedrale auf dem Proggramm. Man braucht ein Ticket mit einem Zeitfenster. Das nervt irgendwie. Ich denke immer, Gotteshäuser sollten für alle frei zugänglich sein. Natürlich muss so was auch erhalten werden, das ist natürlich klar. Vielleicht müssen Einheimische nix bezahlen ? Das eröffnet jetzt eine Diskussion, die ich eigentlich nicht vorhatte…
Ist man erst mal drin, verschlägt es den Atem. Es öffnet sich ein hochgothisches Kirchenschiff mit so tollen Kreuzdecken, die in sich noch mit wunderbarer Ornamentik verziert ist. Es fällt mir dann immer schwer, mir vorzustellen, wie so was um 1500 gebaut werden konnte. Es gibt unzählige Seitenschiffe mit herrlichen Buntglasfenstern und üppigen Altären.
Der Hauptaltar ist eine fast deckenhohe komplett vergoldete Holzschnitzerei, vor welcher man nur ehrfürchtig erstarren kann. Es gibt drei riesige Orgeln mit imposanten Holzschnitzereien.
Ein ganzes Seitenschiff beherbergt das Grabmahl von Christopher Kolumbus, der schon mit 55 Jahren (wahrscheinlich an reaktiver Arthritis) gestorben ist und zunächst in Sevilla begraben wurde. Sein Enkel überführte ihn dann aber nach Santo Domingo(Dom. Republik) und später wurde er in der Kathedrale von Havanna bestattet. Als aber die Spanier den Unabhängigkeitskampf auf Kuba verloren, zog der Leichnam erneut um 1898 nach Sevilla um (zumindest ein Teil seiner Gebeine, denn es wurde auch eine Urne 1877 mit seinem Namen in der Kathedrale von Santo Domingo gefunden-DNA Untersuchungen zum Inhalt dieser gab es jedoch nicht ).
In der Kathedrale gibt es dann noch einen tollen Turm mit imposantem Glockenspiel, den man besteigen kann und welcher einen herrlichen Ausblick über Sevilla bietet.
Der Nachmittag wurde dann mit Schlendern durch die Altstadt und ihre berühmten Tapas Bars verbracht. Natürlich gab es auch Churros, das hier traditionelle Gebäck, was mit heißer Schokosoße serviert wird. Morgen geht es weiter nach Jerez de la Frontera. Ich werde berichten.






































































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